20.06.2026

Fairen Wettbewerb im Apothekenmarkt schaffen – für niedrigere Preise und moderne Versorgung

Der Apothekenmarkt in Deutschland ist durch eine strukturelle Wettbewerbsverzerrung geprägt. Während inländische Vor-Ort-Apotheken sowie deutsche Anbieter strengen regulatorischen Vorgaben wie der Preisbindung bei verschreibungspflichtigen Medikamenten und dem Fremdbesitzverbot unterliegen, können Versandapotheken aus dem europäischen Ausland flexiblere Geschäftsmodelle und Preisstrategien nutzen.

Durch den digitalen Vertrieb und den EU-Binnenmarkt entsteht so ein asymmetrischer Wettbewerb: Ausländische Anbieter profitieren von regulatorischen Freiräumen, während inländische Apotheken durch nationale Vorschriften eingeschränkt werden. Das führt zu einer Benachteiligung deutscher Anbieter und verhindert zugleich, dass sich ein echter Preiswettbewerb vollständig zugunsten der Verbraucherinnen und Verbraucher entfalten kann.

Statt fairen Wettbewerbs herrscht ein System widersprüchlicher Regeln, das Innovation hemmt, Investitionen erschwert und langfristig die Versorgungsstruktur gefährdet.

Die Jungen Liberalen Berlin fordern daher eine umfassende Liberalisierung und Harmonisierung des Apothekenmarktes mit dem Ziel, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen

  • Preisbindung reformieren:

    Die Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente soll gelockert werden. Apotheken in Deutschland sollen die Möglichkeit erhalten, in einem klar definierten Rahmen Rabatte oder Boni anzubieten, um im Wettbewerb mit europäischen Versandapotheken bestehen zu können.

    • Fremdbesitzverbot modernisieren:

    Das Fremdbesitzverbot soll reformiert werden, sodass auch Kapitalgesellschaften Apotheken betreiben können. Voraussetzung bleibt, dass die pharmazeutische Verantwortung weiterhin bei approbierten Apothekerinnen und Apothekern liegt und die Versorgungsqualität gesichert ist.

    • Gleiche Regeln für gleiche Geschäftsmodelle:

    Für den digitalen Vertrieb von Medikamenten sollen einheitliche Wettbewerbsregeln gelten. Wenn Versandapotheken aus dem Ausland den deutschen Markt bedienen, dürfen für inländische Anbieter keine strengeren Maßstäbe gelten als für ihre europäischen Wettbewerber.

    • Digitale und stationäre Versorgung gleichstellen:

    Inländische Apotheken sollen regulatorisch in die Lage versetzt werden, digitale Geschäftsmodelle (z. B. Onlinevertrieb, Click & Collect, Plattformlösungen) voll auszuschöpfen, ohne durch überholte Vorschriften benachteiligt zu werden.

    Weitere Beschlüsse

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