Wir Junge Liberale Berlin fordern, den Bundeshaushalt von seiner zunehmenden Versteinerung zu befreien und mehr politischen Gestaltungsspielraum zu schaffen. Aktuell sind über 80 % der Bundesausgaben durch gesetzliche Verpflichtungen, Sozialleistungen, Zinszahlungen und langfristige Verträge gebunden. Dieser starre Aufbau lähmt die Fähigkeit des Staates, flexibel auf wirtschaftliche Entwicklungen, Krisen und neue Prioritäten wie Bildung, Digitalisierung oder Verteidigung zu reagieren. In Zeiten steigender Sozialausgaben und demografischen Wandels wird dieser Mangel an Flexibilität zum zentralen Problem für die Generationengerechtigkeit und die Handlungsfähigkeit des Staates.
Aus liberaler Sicht ist es nicht hinnehmbar, dass Politik und Parlamente Jahr für
Jahr nur über einen Bruchteil des Haushalts wirklich entscheiden können, während der
überwiegende Teil automatisch wächst. Wir wollen, dass politische Prioritäten in
demokratischen Prozessen aktiv gesetzt und nicht von gesetzlichen Automatismen
erdrückt werden.
Um dieses Problem zu entschärfen und mehr Dynamik in den Bundeshaushalt zu bringen, fordern die Jungen Liberalen Berlin:
- Reform der gebundenen Ausgaben:
- Einführung automatischer Anpassungen bei Sozialleistungen, insbesondere ein
an die Lebenserwartung gekoppeltes Renteneintrittsalter. Dies stärkt die
Generationengerechtigkeit und die langfristige Finanzierbarkeit des
Sozialstaats. - Regelmäßige Überprüfung langfristiger Verpflichtungen (z. B. Subventionen,
Verteidigungsverträge) im Rahmen des Haushaltsprozesses. Neue
Verpflichtungen sollen mit Evaluationsklauseln versehen werden. Für
bestehende Bindungen ist eine transparente Übersicht aller mittelfristigen
Verpflichtungen zu schaffen, deren Nutzen-Kosten-Verhältnis regelmäßig
überprüft wird.
- Einführung automatischer Anpassungen bei Sozialleistungen, insbesondere ein
- Einführung von „Sunset-Klauseln“ für neue staatliche Programme:
- Alle neuen Förderungen, Subventionen und Sonderprogramme des Bundes sollen
grundsätzlich nur befristet beschlossen werden (z. B. 3–5 Jahre) und
automatisch auslaufen, wenn sie nicht aktiv verlängert werden. - Vor jeder Verlängerung ist eine Evaluation der Wirksamkeit und
Notwendigkeit verpflichtend, damit ineffiziente oder überholte Programme
nicht dauerhaft den Haushalt belasten. - Sozialpolitische Kernaufgaben (z. B. Grundsicherung, gesetzliche
Rentenansprüche) bleiben von dieser Regelung ausgenommen.
- Alle neuen Förderungen, Subventionen und Sonderprogramme des Bundes sollen
Mit diesen Maßnahmen wollen wir den Bundeshaushalt wieder dynamischer, generationengerechter und zukunftsfähiger machen.
Ein flexibler Staatshaushalt ist die Grundlage, um sowohl die Schuldenbremse
einzuhalten als auch genügend Raum für Investitionen und liberale Prioritäten zu
schaffen.