Berlin braucht ein liberales Jagdrecht!

Für die Jungen Liberalen Berlin stehen beim Jagdrecht biologische Aspekte und Praxisnähe im Vordergrund. Ideologie ist kein guter Ratgeber, wenn es um ein verträgliches Miteinander von Lebewesen in der Natur geht, vor allem in Wäldern. Im Gegenteil, wir sehen die Verantwortung bei Förstern, Landwirten und Jägern besser aufgehoben als in einer Gesetzgebung, die statt sinnvoller Rahmenbedingungen übermäßige Detailregelungen aufstellt.

Daher lehnen wir auch die negative Stigmatisierung von Jägern ab, die eine gewissenhafte und gute Arbeit zum Wohle der Pflege von Wildtieren und deren Lebensräume durchführen. Wir unterstützen daher auch eigenverantwortlich angebotene Möglichkeiten, die Berufe von Förstern und Jägern kennenzulernen.

Das Jagdrecht muss gleichzeitig das Tierleid berücksichtigen, aber genauso auch einer nachhaltigen Entwicklung von Wildpopulation und dem Interesse von Landwirten, Jägern, Förstern und Waldbesitzern dienen. Dazu sind wichtige Standards für Lebewesen einzuhalten und Verwaltungsaufwand zu reduzieren.

Konkret fordern die Jungen Liberalen Berlin:

  • Bei der Tötung von Tieren muss ein sicheres und möglichst leidloses Sterben der Tiere gewährleistet sein. Eine Pflicht zu Nutzung bleifreier Munition lehnen wir ab. Dies kann am besten in Eigenverantwortung gewährleistet werden. Sollten offensichtliche Verstöße gegen diese Maxime, oder die Beseitigungspflicht erfolgen, müssen Sanktionen durchgesetzt werden. Dies ist auch im Eigeninteresse der Jägergemeinschaft.
  • Die Fütterung muss differenziert nach Fütterungsart, Wildart und Lebensräumen durchgeführt werden. Dies wissen auch alle gewissenhaften Jäger. Deshalb müssen auch alle gesetzlichen Regelungen diese Unterschiede berücksichtigen. Dies kann ein Gesetz schlechter regeln als die jeweiligen Verantwortlichen. Deshalb sehen wir hierbei die Inhaber des Jagdausübungsrechts in den entsprechenden Gebieten und die untere Jagdbehörde in der Verantwortung, ihre Fütterungsregeln selbst aufzustellen und transparent zu machen.
  • In Notzeiten muss z.B. eine Fütterungsregelung durchgeführt werden, etwa im Falle von Schalenwild muss besonders auf tierschutzorientierte Fütterungsregelungen geachtet werden.
  • Bei der Tötung von Tieren bei der Jagd muss ein nachhaltiges Populationsmanagement und Tier- und Artenschutz im Vordergrund stehen. Beim Populationsmanagement muss mit differenzierten Konzeptionen gearbeitet werden. Insbesondere müssen diese den Anforderungen von Wild und Wald gerecht werden.
  • Die Ausbildung von Jagdhunden muss unbürokratisch und praxisnah erfolgen können. Der Wolf muss ins Jagdrecht aufgenommen werden.
  • Keine Wiedereinführung der Jagdsteuer!
  • Es müssen Betretensrechte zur Nachtzeit in Waldgebieten eingeräumt werden, sofern sie in Abstimmung mit dem Besitzer erfolgen. Dies gilt zum Beispiel für Geocacher.
  • Die Jagd mit anderen Zielsetzungen (wie z.B. der einer „Trophäe“) ist dann und nur dann völlig legitim, wenn bei der Jagd der jagdliche Auftrag erfüllt und ein leidloses Sterben von Tieren gewährleistet wird.
  • Jägern muss die Möglichkeit eröffnet werden mithilfe von Nachtsichtzielgeräten zu jagen.