Wissenschafts- und Redefreiheit müssen immer gewährleistet sein!

Die Humboldt-Universität zu Berlin hat einen Vortrag im Rahmen der „Langen Nacht der Wissenschaften“ der Biologiedoktorandin Marie-Luise Vollbrecht mit dem Titel „Geschlecht ist nicht gleich Geschlecht. Sex, Gender und warum es in der Biologie nur zwei Geschlechter gibt“ abgesagt. Als Grund wird genannt, dass die Sicherheit nicht gewährleistet werden kann. Zuvor war von Aktivistengruppen Protest angekündigt worden.

Anna KRYSZAN, Landesvorsitzende der Jungen Liberalen (JuLis) Berlin, kritisiert: „Die Wissenschafts- und Redefreiheit sind in Deutschland unumstößlich. Sie müssen immer gewährleistet sein – gerade im akademischen Diskurs. Dass die Humboldt-Universität bei Gegenwind nicht das Rückgrat beweisen kann, für diese Grundrechte einzustehen, ist beschämend und dieser Institution nicht würdig. Es ist besorgniserregend, dass es radikalisierten Gruppen zunehmend gelingt, den freien Diskurs zu unterdrücken und ihrem Weltbild widersprechende Ansichten versuchen verstummen zu lassen. Wir wollen in Berlin keine Verhältnisse, wie wir sie an US-amerikanischen Universitäten sehen. Wenn die Aktivisten die Ansicht vertreten, dass die von Frau Vollbrecht vertretene Position wissenschaftlich nicht fundiert sei, sollten sie diese in einer friedlichen Diskussion mit Argumenten widerlegen. Wer stattdessen zum Mittel der Gewalt greifen will, zeigt ein höchst fragwürdiges Verständnis von Demokratie.“

Johannes DALLHEIMER, zuständig bei der Berliner Liberalen Hochschulgruppe (LHG) für Studium und Lehre, fügt hinzu: „Die Lange Nacht der Wissenschaften ist normalerweise darauf angelegt, die Forschung an den eigenen Hochschulen einem breiten Publikum zu präsentieren. Die Humboldt-Universität hat stattdessen sich für einen kontroversen Vortrag entschieden, ist durch den Gegenwind eingeknickt und muss sich nun den Vorwurf gefallen lassen, sie würde eine offene Debatte nicht zulassen. Das ist peinlich.“