Ein Weihnachtsbrief an den Regierenden Bürgermeister

Berlin. Anlässlich der kommenden Weihnachtsfeiertage hat der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen (JuLis) Berlin, David JAHN, einen handschriftlichen Brief an den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael MÜLLER (SPD), verfasst. Im Folgenden erhalten Sie eine Abschrift des Briefes:

„Lieber Bürgermeister,

zwei Jahre lang regierst Du nun als Chef einer rot-rot-grünen Koalition in Berlin. Häufig habt ihr euch gestritten, etwa über Stasi-Vergangenheiten von Staatssekretären, Beamtenbesoldungen oder Google. Die Weihnachtszeit hingegen ist eine besinnliche Zeit, die man harmonisch gemeinsam verbringt. Damit das nächste Jahr ein schönes wird, möchte ich Dir zum Heiligen Abend eine Wunschliste der Jungen Liberalen in Berlin schreiben. Wir haben uns auch wirklich gut verhalten im vergangenen Jahr und mussten sogar deine Koalitionspartner daran erinnern, dass Hausbesetzungen nicht legitim sind.

Weißt du, ich bin in Berlin zur Schule gegangen. Das war eine schöne Zeit, aber unsere Bildungseinrichtungen fallen auseinander. In Gesundbrunnen musste im Februar sogar eine Grundschule geschlossen werden, weil es nicht mehr sicher für die Schülerschaft war. Außerdem war Kreidezeit nicht nur im Biologieunterricht. Kein WLAN, keine Smartboards, keine funktionierenden Toiletten und Lehrkräfte, die mit PowerPoint noch nichts anzufangen wussten. Berlin trägt im bundesweiten Bildungsvergleich die rote Laterne, obwohl Deine Partei schon seit 22 Jahren das Bildungsressort verantwortet. Können wir das mal ändern? Wir können die Lehrerinnen und Lehrer fortbilden. Und warum bist Du eigentlich gegen den Digitalpakt?

Nun bin ich aber aus der Schule raus und habe meine eigene Wohnung. Das war gar nicht so einfach. Vielleicht kennst Du das ja: Monatelang musste ich nach einer Bleibe suchen. Überall lange Schlangen zu den Besichtigungen. Und die Mieten waren so hoch, dass ich mir das oft nicht leisten konnte. Kannst du nicht vielleicht mal eine Senatorin einstellen, die Wohnungen bauen will? Ihr wolltet doch sogar selbst 30.000 neue Wohnungen bis 2021 bauen, was ihr nun nicht schaffen werdet. Eigentlich brauchen wir sowieso viel mehr, weil jedes Jahr 40.000 neue Menschen in Berlin wohnen. Wenn wir Wohnungen bauen würden, hätten wir ein größeres Angebot und die Mieten würden sinken.

Ich wohne übrigens in Reinickendorf. Echt schön da! Aber auch weit weg. Warum sind die Randbezirke eigentlich nicht besser angebunden? Wir könnten doch beispielsweise die U8 bis ins Märkische Viertel verlängern! Carsharing ist auch echt selten in den Randbezirken. Und warum Du Uber verbietest, aber der BVG mit dem Berlkönig mit einem ganz ähnlichen Konzept erlaubst, musst du mir auch nochmal erklären. Berlin hört doch nicht am S-Bahn-Ring auf.

Ich habe noch ganz viele andere Wünsche, etwa eine Perspektive für Spätis oder eine durchgehend geöffnete Bibliothek zum Lernen. Oder ein fertiger BER, aber das kann ich mir ja noch nächstes Weihnachten wünschen. Ich möchte mir nicht zu viel wünschen. Du hast ja auch viel zu tun, wenn Raed Saleh wieder stänkert. Aber erfülle uns JuLis doch diese Wünsche. Das wäre wunderbar. Schöne Weihnachten!

Dein David“