Junge Liberale Berlin auf der Hanfparade: Drogenpolitik neu denken!

Am Samstag, den 13. August 2016, findet zum wiederholten Male die inzwischen Tradition gewordene Berliner Hanfparade statt. Auch die Jungen Liberalen (JuLis) Berlin nehmen abermals daran teil. Bepackt mit Flyern, Musik und Longpapes setzen sie sich dafür ein, gelebte Realitäten endlich anzuerkennen und aus der Kriminalität herauszuholen.

Roman-Francesco ROGAT, Landesvorsitzender der JuLis Berlin, erklärt dazu:

„Die Berliner Hanfparade hat Tradition – das ist ohne Frage ein wichtiges Signal. Aber noch viel mehr ist es ein trauriges Zeichen für die Ignoranz der Politik – Ignoranz gegenüber der Lebensrealitäten vieler Menschen, gegenüber den mehr als 100 Strafrechtsprofessoren, welche schon vor langer Zeit eine Entkriminalisierung forderten, gegenüber all den Polizisten, Richtern und Staatsanwälten, welche durch die schier unzähligen Strafverfahren hoffnungslos überlastet sind und nicht zuletzt gegenüber all jenen, die durch verunreinigte und gepunschte Drogen vom Schwarzmarkt schwere körperliche Schäden erleiden mussten und immer noch tagtäglich müssen. Ein wahrlich hoher Preis für eine plumpe Politik der Bevormundung.“

Stattdessen fordert ROGAT:

„Wir müssen in der Drogenpolitik neu denken. Wir müssen weg vom paternalistischen Ansatz des vergangenen Jahrtausends, der Fakten und neue Erkenntnisse zum Wohle der eigenen Wählerschaft beiseite schiebt und stattdessen hin zum Prinzip der Eigenverantwortung. Die Verfolgung von Konsumenten und die damit verbundenen Eingriffe in den persönlichen Lebensbereich vieler Menschen stehen in keinem Verhältnis zur Gefährlichkeit der Produkte. Verglichen mit Alkohol und Tabak erscheint ein Verbot bestenfalls willkürlich. Hinzu kommen unnötige Kosten für den Staatshaushalt, sowie eine stetig zunehmende Überforderung der Berliner Polizei durch sinnlose Ermittlungsmaßnahmen, welche in den allermeisten Fällen sowieso wieder eingestellt werden. Das ist frustrierend und hält Polizeibeamte zugleich davon ab, sich um Wesentlicheres zu kümmern.“

ROGAT abschließend:

„Cannabis ist längst in der gesellschaftlichen Realität angekommen und eine Legalisierung überfällig. Wir fordern daher die völlige Freigabe aller Cannabisprodukte. Das entlastet nicht nur Polizei und Steuerzahler, sondern trägt dazu bei, die Situation am Görlitzer Park und anderen Schwerpunkten offensiv anzugehen, indem man die Konsumenten endlich aus dem kriminellen Milieu herausholt. Die Drogenpolitik der vergangenen Jahrzehnte ist gescheitert, weitere repressive Maßnahmen unvertretbar. Sehen wir die Drogenpolitik neu – und auch bei Cannabis sollte damit noch lange nicht schluss sein!“